Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Carl Skau, amtierender Leiter des Welternährungsprogramms, beschrieb bei einem Besuch in Somalia einen „Teufelskreis aus Konflikt und Hunger“, in dem Krieg Hunger erzeugt und Hunger wiederum Gewalt schürt. Dieses Muster ist in Konfliktgebieten wie Somalia, Sudan, Haiti, Gaza, Mali und Myanmar deutlich zu erkennen, wo Landwirtschaft und humanitäre Hilfe durch anhaltende Gewalt und Instabilität behindert werden.
UN-Generalsekretär António Guterres erklärte dem UN-Sicherheitsrat, dass kritische Ernährungssysteme – Landwirtschaft, Häfen, Märkte, Lager und Schifffahrtswege – zunehmend ins Visier von Konflikten geraten, was wirtschaftliche Folgen weit über die Schlachtfelder hinaus nach sich zieht. Die Zunahme bewaffneter Konflikte hat mindestens 266 Millionen Menschen in akute Ernährungsunsicherheit gestürzt – die höchste Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg. Erstmals in diesem Jahrhundert wurde eine Hungersnot gleichzeitig im Sudan und im Gazastreifen bestätigt. In 12 der 13 von den Vereinten Nationen identifizierten großen Hungerherde sind Gewalt und Konflikte die Hauptursachen der Ernährungskrisen.
Die Störungen erstrecken sich auch auf die globalen Handelsrouten. Angriffe auf Getreidetransporte durch das Schwarze Meer haben den Schiffsverkehr im Bosporus im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent reduziert und damit wichtige Getreideexporte aus Russland und der Ukraine beeinträchtigt. Im Roten Meer kam es zu Angriffen auf Handelsschiffe, während die Beschränkungen in der Straße von Hormus einen erheblichen Teil des globalen Öl- und Düngemittelhandels beeinträchtigen. Die Störungen an diesen drei strategisch wichtigen Seewegen – Schwarzes Meer, Rotes Meer und Straße von Hormus – lösen Kaskadeneffekte auf den globalen Energie- und Lebensmittelmärkten aus, was zu steigenden Preisen und einer geringeren Lebensmittelverfügbarkeit führt, insbesondere in importabhängigen Entwicklungsländern.
Laut Herrn Skau bedrohen diese kombinierten Belastungen die globale Ernährungssicherheit, wobei gefährdete Bevölkerungsgruppen aufgrund von miteinander verbundenen Konflikten und Unterbrechungen der Lieferketten einem hohen Risiko von Hunger und Mangelernährung ausgesetzt sind.