Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) berichtete, dass 144 Migranten, viele von ihnen Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa, nach einer Reihe von Schiffsunglücken vor der Küste Mauretaniens in der vergangenen Woche ums Leben gekommen oder vermisst sind. Die Migranten waren 25 Tage lang auf einem Boot aus Gambia mit Ziel Kanarische Inseln gestrandet, was die Gefahren dieser Seeroute verdeutlicht.
Zwischen dem 14. und 18. Juli unterstützten UNHCR, nationale Behörden und humanitäre Partner drei Ausschiffungsaktionen, bei denen 387 Menschen sicher an Land gebracht wurden. Am 18. Juli bargen Rettungsteams 38 Überlebende und 143 tote oder vermisste Migranten. Unter den Überlebenden waren zwei Kinder, die ihre gesamte Familie auf See verloren hatten.
Laut UNHCR zählt die Atlantiküberquerung von Westafrika zu den Kanarischen Inseln aufgrund der großen Entfernungen, der unberechenbaren Meeresbedingungen, der überfüllten und seeuntüchtigen Boote sowie der eingeschränkten Rettungsmöglichkeiten zu den gefährlichsten Seewegen weltweit. Viele Migranten legen dabei Strecken von über 2.000 Kilometern zurück, die sie von ihrem eigentlichen Zielort entfernt zurücklegen.
Die Ankünfte auf den Kanarischen Inseln sind in diesem Jahr im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023 um 61 Prozent zurückgegangen; bis zum 15. Juli wurden 4.400 Ankünfte gezählt. Auch die Ankünfte auf dem Seeweg nach Europa über die wichtigsten Routen sanken von 65.407 im letzten Jahr auf etwas über 40.000 in diesem Jahr. Trotz dieses Rückgangs stellt das UNHCR fest, dass die Zahl der Todesfälle und Vermisstenfälle auf See weiterhin alarmierend hoch ist und oft kaum öffentliche Aufmerksamkeit erregt; viele Boote verschwinden spurlos.
Das UNHCR hob die jüngste Tragödie als dringendes Signal hervor, die Ursachen für die Flucht von Flüchtlingen und Migranten anzugehen. Die Organisation forderte die Staaten nachdrücklich auf, einen schnelleren und wirksameren Zugang zu legalen Wegen zu schaffen, beispielsweise durch höhere Neuansiedlungsquoten, mehr Arbeitsmöglichkeiten und Bildungsangebote als Alternativen zur gefährlichen Überfahrt über das Meer.
Das UNHCR setzt seine Rettungsbemühungen in Mauretanien und anderswo fort; im Jahr 2023 gingen 17 Migrantenboote in Nouadhibou und Nouakchott, Mauretanien, an Land, wobei insgesamt 2.147 Personen gerettet wurden.