Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, besuchte kürzlich den Libanon und traf sich mit Regierungsvertretern, zivilgesellschaftlichen Gruppen und Binnenvertriebenen. Der Libanon befindet sich in einer tiefen Krise, darunter verschobene Wahlen, ein wirtschaftlicher Zusammenbruch und ein Konflikt mit der vom Iran unterstützten Hisbollah, der seit dem 2. März andauert. Laut nationalen Behörden gab es in diesem Konflikt über 4.300 Tote und 12.200 Verletzte.
Herr Türk äußerte seine Besorgnis darüber, dass die Kampfhandlungen – darunter israelische Luftangriffe in dicht besiedelten Gebieten und die fortgesetzten Kämpfe der Hisbollah trotz der am 17. April vereinbarten bedingten Waffenruhe – internationale Verbrechen darstellen könnten. Er hob die erheblichen Vertreibungen und die Hindernisse für die Rückkehr der betroffenen Bevölkerung hervor.
Während seines Besuchs sprach er mit vertriebenen Zivilisten in einer Schule, die etwa 1.000 Menschen als Zuflucht bot. In ihren Aussagen wurde von der Zerstörung von Häusern, Schulen, Gesundheitszentren, Wasser- und Stromversorgungseinrichtungen, Gotteshäusern und landwirtschaftlichen Flächen durch israelische Angriffe berichtet. Ein Betroffener, der bei solchen Angriffen Familienangehörige verloren hat, dokumentiert mutmaßliche Menschenrechtsverletzungen und fordert Aufklärung.
Mit Zustimmung des Libanon entsandte das UN-Menschenrechtsbüro eine Mission, um Informationen über mutmaßliche Verstöße aller Konfliktparteien zu sammeln. Herr Türk warnte davor, dass das bevorstehende Ende des Mandats der UN-Interimstruppe im Libanon die Risiken für die Zivilbevölkerung im Südlibanon erhöhen könnte.
Gespräche mit zivilgesellschaftlichen Organisationen verdeutlichten den dringenden Bedarf an einem besseren Schutz marginalisierter Gruppen, darunter Geflüchtete, Migranten, LGBTQ+-Personen und Menschen mit Behinderungen. Herr Türk berichtete von „herzzerreißenden“ Geschichten, insbesondere über die Schwierigkeiten, mit denen Menschen mit Behinderungen bei Evakuierungen konfrontiert waren.