Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, erklärte, die laufenden Wiederaufbauarbeiten im Gazastreifen deuteten auf mögliche Kriegsverbrechen hin und gäben Anlass zur Sorge hinsichtlich der Einhaltung des Völkerrechts. Er betonte die Notwendigkeit des Zugangs für Ermittler zum Gebiet, um Verstöße zu dokumentieren, und merkte an, dass Israel den Einsatz schwerer Maschinen, die für die Trümmerbeseitigung und die Beweissicherung unerlässlich seien, einschränke. Palästinensische Behörden schätzen, dass Tausende unter den Trümmern israelischer Angriffe begraben liegen, da viele Orte schwer bombardiert oder zerstört wurden. Türk sagte, die freigelegten Überreste seien angesichts der weit verbreiteten Zerstörung im Gazastreifen möglicherweise nur „die Spitze des Eisbergs“. Er forderte alle Anstrengungen, um die Opfer zu identifizieren, forensische Informationen zu sichern und die Familien über den Verbleib ihrer Angehörigen zu informieren.
Zwischen Ende Juni und August meldeten die Behörden im Gazastreifen die Bergung von 233 Leichen aus zerstörten Gebäuden, darunter viele Kinder und Frauen. An einer kürzlich entdeckten Stelle in Az Zeitoun wurden 96 Leichen und menschliche Überreste gefunden, die größtenteils von Hand geborgen wurden. Diese sorgfältigen Bemühungen verdeutlichen das Ausmaß der Verwüstung durch die Angriffe vor drei Jahren und das anhaltende Leid, das durch die Ungewissheit über das Schicksal der Vermissten verursacht wird. Türk erklärte, dass das Recht der Familien, das Schicksal ihrer Angehörigen zu erfahren, trotz des Zeitablaufs fortbesteht.