Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Am 24. Juni erschütterten zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 innerhalb von 39 Sekunden den Norden Zentralvenezuelas. Laut einer ersten Einschätzung des UN-Büros für Katastrophenvorsorge (UNDRR) verursachten sie direkte Sachschäden in Höhe von schätzungsweise 37 Milliarden US-Dollar. Diese Schätzung umfasst etwa 24 Milliarden US-Dollar an Gebäudeschäden – darunter Wohnhäuser, Geschäfte, Schulen, Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen – sowie 13 Milliarden US-Dollar an Infrastrukturschäden. Die Telekommunikation verzeichnete mit rund 5 Milliarden US-Dollar die höchsten Verluste, gefolgt von der Energieerzeugung und dem Straßenbau. Diese Zahl basiert auf Risikomodellen und berücksichtigt noch nicht die wirtschaftlichen Verluste durch Versorgungsunterbrechungen oder Wiederaufbaukosten. Die tatsächlichen Auswirkungen könnten daher höher ausfallen.
Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) berichtet, dass Kinder besonders stark betroffen sind. Schätzungsweise 650.000 Menschen, darunter 234.000 Kinder, benötigen humanitäre Hilfe. Rund ein Drittel der Schulen im Hauptstadtbezirk, einschließlich Caracas, wurden beschädigt, wodurch der Unterricht für Tausende unterbrochen wurde. UNICEF hat Notfallteams entsandt und 68 Tonnen Hilfsgüter – medizinische Versorgung, Wasser- und Sanitäranlagen sowie Haushaltsgegenstände – bereitgestellt. Gleichzeitig bittet das Unternehmen um 52 Millionen US-Dollar, um die Gesundheitsversorgung, Ernährung, sauberes Wasser, Kinderschutz und Bildung der betroffenen Familien zu unterstützen.
Such- und Rettungsteams sind weiterhin in den betroffenen Gebieten im Einsatz. Spezialisiertes Personal wie Sanitäter und Ingenieure trifft fortlaufend ein, um die Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. Eine laufende humanitäre Bedarfsanalyse dient als Grundlage für einen aktualisierten Hilfsplan und die Mobilisierung von Ressourcen. Die venezolanische Regierung meldet über 3.340 Todesopfer, mehr als 16.740 Verletzte und rund 17.000 Vertriebene. Die Behörden in Caracas leiten die Hilfsmaßnahmen und konzentrieren sich auf die Versorgung der Vertriebenen und die Deckung des dringenden Bedarfs.
Mindestens 79 Übergangslager wurden in Stadien und Sportzentren eingerichtet, um Vertriebene unterzubringen und ihnen Hilfe zu leisten. UN-Organisationen bieten in drei dieser Lager Unterstützung an und prüfen weitere Standorte. Gesundheitspartner leisten in den Lagern medizinische Grundversorgung.