Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.

Jean Todt, der Sondergesandte des UN-Generalsekretärs für Verkehrssicherheit und ehemalige Ferrari-Chef, erklärte, die Gefahren des täglichen Straßenverkehrs seien nach wie vor vergleichbar mit denen im professionellen Motorsport vor Jahrzehnten. Verkehrsunfälle fordern jährlich 1,2 Millionen Todesopfer und 50 Millionen Verletzte und sind damit weltweit die häufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen zwischen fünf und 29 Jahren. Todt bezeichnete dies als eine „stille Pandemie auf der Straße“, an die sich die Gesellschaft trotz ihrer Schwere gewöhnt habe.

Todt betonte, dass es Lösungen gebe, wie etwa Aufklärung, Strafverfolgung, verbesserte Fahrzeugqualität, sicherere Straßen und eine bessere Versorgung nach Unfällen. Er argumentierte, dass die konsequente Durchsetzung der Gesetze zur Gurtpflicht, Helmpflicht, Geschwindigkeitsbegrenzung und zum Fahren unter Alkoholeinfluss die Zahl der Verkehrstoten sofort halbieren könnte. Allerdings ereignen sich 90 % der Verkehrstoten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, wo es an einer sicheren Infrastruktur und einer konsequenten Strafverfolgung mangelt.

Laut Todt ist die frühkindliche Bildung entscheidend, da Kinder so sicheres Verhalten erlernen und erwachsene Fahrer beeinflussen können. Er warnte davor, dass sich das Verhalten ohne konsequente Konsequenzen für unsicheres Verhalten kaum bessern werde, und nannte Korruption als Hindernis für eine effektive Strafverfolgung.

Zu den neuen Herausforderungen für die Verkehrssicherheit zählen der zunehmende Einsatz von E-Bikes, E-Scootern und Lieferdiensten, die häufig ohne Helm unterwegs sind und unter Zeitdruck stehen. Todt merkte an, dass selbstfahrende Autos zwar zukünftig Vorteile bieten könnten, aber keine sofortige Entlastung bringen werden, insbesondere in Regionen, die noch auf ältere Fahrzeuge und einen unterentwickelten öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.