Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Auch nach dem für 2025 vereinbarten Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas dauert die Gewalt im Gazastreifen an. Über 880 Menschen wurden getötet und mehr als 2.600 verletzt. Trotz eines Rückgangs der Feuergefechte dauern tägliche Schüsse und Bombenangriffe an und beeinträchtigen Zivilbevölkerung und Gesundheitsinfrastruktur, so Dr. Renée Van de Weerdt, WHO-Repräsentantin im besetzten palästinensischen Gebiet.
Die Gesundheitsversorgung im Gazastreifen steht vor enormen Herausforderungen. Allein in diesem Jahr wurden bereits rund 22 Angriffe auf medizinische Einrichtungen gemeldet. Kaum die Hälfte der Krankenhäuser im Gazastreifen ist teilweise funktionsfähig, keines ist voll betriebsbereit. Ein entscheidender Grund dafür ist der anhaltende Mangel an medizinischen Gütern. Viele dieser Güter bleiben an den Grenzen des Gazastreifens hängen und behindern so die lebenswichtige Gesundheitsversorgung.
Dr. Van de Weerdt stellte fest, dass Laborgeräte, Reagenzien, Sauerstoffkonzentratoren und orthopädische Hilfsmittel weiterhin schwer erhältlich sind, was die Krankheitsdiagnose und die Erkennung von Krankheitsausbrüchen erschwert. Verschärft wird dieser Mangel durch Überbelegung, mangelhafte Hygiene und Nagetierbefall, wodurch die Gesundheitsrisiken steigen.
Einige medizinische Güter sind nach israelischen Vorschriften als „Dual-Use“-Güter eingestuft, was bedeutet, dass sie auch militärisch genutzt werden können. Dazu gehören auch Prothesen, wodurch rund 5.000 Amputierte im Gazastreifen keinen Zugang zu notwendigen Korrekturoperationen haben.
Trotz dieser Hindernisse wartet ein in Jordanien fertiggestelltes Fertigkrankenhaus seit Monaten auf seine Einfuhr nach Gaza, was die dringende Notwendigkeit eines ungehinderten Zugangs zu medizinischen Gütern unterstreicht, um das Gesundheitssystem zu unterstützen und weitere Todesfälle zu verhindern.