Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
UNESCO und ICANN haben gemeinsam ein Strategiepapier veröffentlicht, das die universelle Akzeptanz (Universal Acceptance, UA) fördern und so den uneingeschränkten Internetzugang in lokalen Sprachen und Schriftsystemen ermöglichen soll. Das Papier enthält Empfehlungen zu Politikentwicklung, öffentlicher Beschaffung, digitalen öffentlichen Diensten, Kapazitätsaufbau und Sensibilisierung. Es betont, wie wichtig es ist, Menschen bei der Online-Nutzung in ihrer Muttersprache zu unterstützen, und warnt davor, dass Hindernisse für die universelle Akzeptanz mehrsprachiger Domainnamen und E-Mail-Adressen Gemeinschaften von der digitalen Welt ausschließen und somit die Inklusion beeinträchtigen können.
Das Positionspapier wurde auf der EuroDIG Extra Vol. 10, im Vorfeld des Europäischen Dialogs über Internet Governance (EURODIG) 2026, vorgestellt. In der Sitzung diskutierten Vertreter der UNESCO, ICANN und anderer Interessengruppen über die aktuellen Herausforderungen des digitalen Ökosystems und über praktische Schritte zur Beschleunigung der Einführung von UA in Europa.
Sarmad Hussain, Senior Director bei ICANN, hob hervor, dass derzeit nur 29 % der weltweit 31,3 Millionen E-Mail-Server internationalisierte E-Mail-Adressen unterstützen, was die Internetnutzung in der Muttersprache für Milliarden von Menschen einschränkt. Er merkte an, dass das ICANN-Programm für neue generische Top-Level-Domains (gTLDs) bis 2026 mehr mehrsprachige gTLD-Anträge ermöglicht und ein Unterstützungsprogramm für Antragsteller umfasst, um finanzielle Hürden für globale Gemeinschaften abzubauen. Hussain betonte die Notwendigkeit eines Multi-Stakeholder-Ansatzes, um universelle Akzeptanz zu erreichen, und stellte ein Rahmenwerk zur Messung der Fortschritte bei der universellen Akzeptanz vor.
Xianhong Hu, Programmspezialistin bei der UNESCO, erklärte, dass der Weg zu einem mehrsprachigen und inklusiven Internet mit miteinander verbundenen Herausforderungen und einer breiten sektorübergreifenden Beteiligung einhergeht. Hu merkte an, dass universelle Akzeptanz über technische Belange hinausgeht und auch Bewusstsein, politische Rahmenbedingungen und Kapazitätslücken umfasst. Sie stellte einen Zusammenhang zwischen universeller Akzeptanz und der UNESCO-Mission der Förderung des freien Ideenaustauschs her und betonte deren Bedeutung für eine sinnvolle globale Vernetzung.