Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Ein UN-Bericht warnt davor, dass die Verkehrssysteme in Europa, Zentralasien und Nordamerika in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich mit extremeren Wetterereignissen konfrontiert sein werden. Die Studie „Bewertung der Auswirkungen des Klimawandels und Anpassungsmaßnahmen für den Binnenverkehr“ zeigt auf, dass Überschwemmungen, hohe Temperaturen, weniger Schnee und Eis, Permafrostschmelze und der Anstieg des Meeresspiegels die Risiken für die Verkehrsinfrastruktur erhöhen werden.
Aktuelle Hitzewellen in Westeuropa haben in Ländern wie Belgien, Dänemark, Frankreich und Großbritannien zu Zugverspätungen und -ausfällen geführt. Ursachen hierfür sind geschmolzener Asphalt, Verformungen der Schienen sowie Ausfälle von Klimaanlagen und Signalanlagen. Diese Probleme verdeutlichen die Anfälligkeit der Verkehrsnetze gegenüber steigenden Temperaturen.
Der Bericht prognostiziert, dass die Verkehrsinfrastruktur jährlich 10 bis 50 zusätzliche Tage mit Temperaturen über 25 °C verzeichnen könnte, wobei in einigen Gebieten sogar bis zu 200 Tage über diesem Schwellenwert möglich sind. Solche Bedingungen verstärken die Besorgnis über Fahrbahnschäden, die Ausdehnung von Brückenfugen, die Verformung von Schienen und Waldbrände in der Nähe von Verkehrswegen.
Küstenregionen sind zusätzlichen Risiken ausgesetzt. Schätzungen zufolge könnten bis zum Jahr 2100 71 bis 89 % der Häfen weltweit von extremen Seestürmen bedroht sein. Fast fünf Millionen Europäer und die von ihnen abhängige Verkehrsinfrastruktur könnten bis dahin nahezu jährlich mit Küstenüberschwemmungen konfrontiert sein.
Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. UNECE-Exekutivsekretärin Tatiana Molcean betonte, dass Transportunterbrechungen gravierende Konsequenzen für die betroffenen Gemeinden haben und beträchtliche finanzielle Kosten verursachen. Daten aus der atlantischen Hurrikansaison 2024 beziffern die Schäden auf 232 Milliarden US-Dollar, darunter 7,5 Milliarden US-Dollar an hafenbezogenen Verlusten pro Jahr. Die systemischen Risiken für den globalen Seeverkehr, den Handel und die Wirtschaft werden auf 81 bis 122 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt.