Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Im Osten des Tschad befinden sich laut dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) über 1,3 Millionen Flüchtlinge und Rückkehrer, vorwiegend Frauen und Kinder, die vor dem Konflikt im Sudan fliehen. Dies stellt eine erhebliche Belastung für das ohnehin schon fragile Gesundheitssystem dar.
Bei Besuchen in Flüchtlingslagern wie Abéché, Adré und Wadi Fira beobachtete Andrew Saberton, stellvertretender Exekutivdirektor des UNFPA, Kliniken, die durch die steigende Nachfrage nach geburtshilflichen Leistungen völlig überlastet waren. Im Flüchtlingslager Iridimi betreuen Hebammen monatlich bis zu 300 Geburten mit minimaler Ausrüstung und Medikamenten und kämpfen mit gravierenden Engpässen bei Anästhesie und fachärztlicher Unterstützung. Berichten zufolge mussten einige Frauen Notkaiserschnitte ohne ausreichende Schmerzlinderung über sich ergehen lassen.
Die Krise hat auch die Gefährdung von Frauen und Mädchen erhöht. Viele müssen sich weiter von den Lagern entfernen, um Brennholz zu sammeln, wodurch sie Belästigungen und geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt sind. Trotz dieser Herausforderungen bieten lokale, vom UNFPA finanzierte Frauenzentren psychosoziale Betreuung, Berufsausbildung und Unterstützung für Überlebende von Gewalt an.
Die Provinz Wadi Fira beherbergt über 333.000 Flüchtlinge in rund 81.000 Haushalten, wobei Frauen und Kinder mehr als 75 % der Bevölkerung ausmachen. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit im Sudan erreichen weiterhin Flüchtlinge über verschiedene Grenzübergänge das Land.
Herr Saberton warnte, dass die Kürzungen der Finanzmittel lebensrettende Hilfsmaßnahmen im Tschad gefährden. Der UNFPA muss in diesem Jahr mit einer Kürzung der Mittel um 44 % rechnen; bisher sind lediglich 2,5 % des für 2026 vorgesehenen humanitären Hilfsappells für den Tschad finanziert. Er rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Solidarität des Tschad bei der Aufnahme von Flüchtlingen zu teilen.