Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) berichtete, dass innerhalb der ersten dreieinhalb Tage einer von den Vereinten Nationen geleiteten Evakuierungsaktion in der Straße von Hormus 115 Schiffe mit rund 2.500 Besatzungsmitgliedern den Golf verlassen haben. Dies ist Teil der Bemühungen, etwa 11.000 Seeleute zu retten, die seit Beginn des Konflikts zwischen Israel, den Vereinigten Staaten und dem Iran Ende Februar auf rund 600 Schiffen gestrandet sind.

Die Evakuierung wurde unterbrochen, nachdem das Containerschiff „Ever Lovely“ vor der Küste Omans angegriffen worden war. Arsenio Dominguez, Chef der IMO, erklärte, die „Ever Lovely“ sei nicht Teil der Evakuierung gewesen und habe die omanischen Behörden nicht um eine Transitgenehmigung im Rahmen der Evakuierungsaktion gebeten. Die Ermittlungen zu dem Angriff dauern an.

Die Straße von Hormus, eine Schlüsselroute für fast 20 % der weltweiten Öllieferungen, ist zum zentralen Thema des jüngsten Friedensabkommens zwischen Washington und Teheran geworden. Trotz der Einstellung der Kampfhandlungen und der Wiedereröffnung der Wasserstraße klärte das Abkommen die letztendliche Zuständigkeit für die Schifffahrt nicht.

Der Iran hat beharrt darauf, dass ausschließlich seine autorisierten Routen genutzt werden dürfen, während viele Schiffe im Rahmen von Vereinbarungen zwischen Oman, den USA und der IMO einen Korridor nahe der omanischen Küste befahren. Diese Doppelregelung hat zur Instabilität beigetragen, die durch den jüngsten Angriff deutlich wurde. Die iranischen Behörden bekräftigten ihre Ansprüche auf Regulierung des Schiffsverkehrs und verstärkten damit die Unsicherheit hinsichtlich Sicherheit und Ordnung in der Straße von Hormus.

Herr Dominguez betonte, dass seine Priorität nicht in der Auslegung des diplomatischen Abkommens liege, sondern in der Wiederherstellung der Zusicherungen, dass Schiffe und ihre Besatzungen unabhängig von der gewählten Route durch die Meerenge keinen Bedrohungen oder Angriffen ausgesetzt sein werden.