Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.

Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) widmet sich in Jemen dem dringenden Bedarf an reproduktiver Gesundheitsversorgung. Dort sind Frauen und Mädchen aufgrund des anhaltenden Konflikts und der wirtschaftlichen Notlage schwerwiegenden Folgen von Mangelernährung, unzureichender Gesundheitsversorgung und erhöhten Schutzrisiken ausgesetzt. Francesco Galtieri, leitender UNFPA-Vertreter in Jemen, wies darauf hin , dass die steigenden Mangelernährungsraten erhebliche Gefahren bergen, insbesondere für Schwangere und ihre Babys, deren Gesundheit und Entwicklung bei unzureichender Ernährung der Mütter gefährdet sind.

Der Zugang zur Gesundheitsversorgung bleibt eine große Herausforderung, insbesondere in ländlichen und abgelegenen Gebieten Jemens. Berichten zufolge weist das Land die höchste Müttersterblichkeitsrate in der arabischen Welt auf; täglich sterben dort etwa drei Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. Laut UNFPA könnten rund zwei Drittel dieser Todesfälle verhindert werden , wenn Frauen Zugang zu Hebammen oder Ärzten hätten.

Neben gesundheitlichen Bedenken ist auch der Schutz vor Gewalt ein dringendes Problem. Frauen und Mädchen sind inmitten von Konflikten und wirtschaftlichen Schwierigkeiten erhöhten Risiken ausgesetzt. UNFPA unterstützt Schutzräume, die psychosoziale Hilfe, Berufsausbildung, wirtschaftliche Stärkung und Rechtshilfe für Überlebende anbieten, die im jemenitischen Rechtssystem Gerechtigkeit suchen.

Die Programme des UNFPA stehen jedoch aufgrund von Finanzierungskürzungen unter starkem Druck. Rund 40 % der humanitären Mittel wurden im vergangenen Jahr gekürzt, was zur Aussetzung oder Einstellung von etwa einem Drittel der Dienstleistungen führte. Diese Kürzungen gefährden lebensrettende Behandlungen für Frauen mit Komplikationen und haben dazu geführt, dass die vom UNFPA unterstützten Schutzhäuser in diesem Jahr keine neuen Überlebenden geschlechtsspezifischer Gewalt aufnehmen können. Es wird erwartet, dass die Kürzungen auch langfristige Auswirkungen auf Kinder haben werden , die Mangelernährung und Traumata ausgesetzt sind.

Herr Galtieri nimmt an den Sitzungen des Exekutivrats des UNFPA in New York teil, wo die sexuelle und reproduktive Gesundheit und die damit verbundenen Rechte erneut im Fokus stehen – ein für den Rat in den letzten Jahrzehnten ungewöhnlicher Schwerpunkt.