Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Die Exekutivdirektorin von UNAIDS, Winnie Byanyima, äußerte sich besorgt über den drastischen Rückgang der Mittel für HIV-Prävention und -Behandlung und bezeichnete die Auswirkungen als „Schockwelle“ für die globalen Bemühungen im UN-Hauptquartier in New York. Sie merkte an, dass viele Länder nicht darauf vorbereitet seien, die zuvor von internationalen Gebern unterstützten Programme aufrechtzuerhalten, was zum Zusammenbruch der Versorgung in mehreren Regionen geführt habe.
Aktuell sind 9,3 Millionen Menschen mit HIV unbehandelt, und im Jahr 2024 gab es weltweit 1,3 Millionen Neuinfektionen. Die Kürzung der Finanzmittel hat den Ausbau der Behandlungsmöglichkeiten gebremst, und wichtige Gemeinschaftsorganisationen im Kampf gegen HIV haben ihre Aktivitäten eingeschränkt oder ganz eingestellt.
Die Länderdaten verdeutlichen den Rückgang: In Uganda sank die Inanspruchnahme von PrEP (Präexpositionsprophylaxe) zwischen Dezember 2024 und September 2025 um 31 %, in Burundi im gleichen Zeitraum um 64 %. In Nigeria ging die Kondomverteilung zwischen Dezember 2024 und März 2025 um 55 % zurück.
Wohltätigkeitsorganisationen und HIV-Hilfsorganisationen stehen aufgrund von Finanzierungskürzungen unter zunehmendem Druck, was zu weiteren Einschränkungen oder gar Schließungen führt. In acht Ländern, in denen UNAIDS tätig ist, sind 99,9 % der HIV-Präventionsdienste von externen Mitteln abhängig, wodurch die Programme extrem anfällig für Kürzungen der Hilfsgelder sind. Laut Frau Byanyima sind die finanziellen Engpässe in den am stärksten betroffenen Ländern enorm. Hinzu kommt, dass sich im Jahr 2024 täglich etwa 570 Mädchen und junge Frauen mit HIV infizierten und 60 % der von Frauen geleiteten HIV-Organisationen entweder ihre Finanzierung verloren haben oder ihren Betrieb eingestellt haben.
Frau Byanyima wies zudem auf geopolitische Faktoren hin und erklärte, dass Stellvertreterkriege um Ressourcen die Rechte marginalisierter Gruppen instrumentalisiert hätten. In Kenia wurden die meisten Anlaufstellen für wichtige Bevölkerungsgruppen, darunter LGBTQ-Gemeinschaften, geschlossen; in Nigeria gingen mindestens fünf solcher Einrichtungen verloren; in Uganda wurden 45 % der Programme für wichtige Bevölkerungsgruppen teilweise oder vollständig eingestellt; und in Simbabwe werden die Angebote für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter bis 2025 vollständig zusammenbrechen.
Trotz dieser Herausforderungen betonte Frau Byanyima, dass der wissenschaftliche Fortschritt Chancen biete, AIDS bis 2030 als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit zu beenden, und forderte ein erneutes Engagement, um diese Fortschritte zu nutzen.