Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Das Exposom umfasst alle Umwelteinflüsse, denen ein Mensch im Laufe seines Lebens ausgesetzt ist, von der Zeit vor der Geburt bis ins hohe Alter. Ähnlich wie das Genom – die Gesamtheit der vererbten genetischen Informationen – beeinflusst das Exposom die Genexpression im Kontext von Gesundheit und Krankheit, wie die National Institutes of Health (NIH) in ihrer Veröffentlichung „Research in Context“ am 9. Juni 2026 darlegten.
Historische Fortschritte im Bereich der öffentlichen Gesundheit, wie der Zusammenhang zwischen Cholera und verunreinigtem Wasser sowie zwischen Ruß und Krebs, belegen das langjährige Bewusstsein für die Auswirkungen von Umweltfaktoren auf die Gesundheit. Die systematische Messung dieser Umwelteinflüsse erwies sich jedoch als schwieriger als Fortschritte in der Genetik, darunter das Humangenomprojekt und die groß angelegte Erhebung genetischer Daten.
Während sich die traditionelle umweltmedizinische Forschung auf einzelne Belastungen wie Blei oder Asbest konzentrierte, berücksichtigt der Exposom-Ansatz die Komplexität realer Belastungen, die oft mehrere Faktoren umfassen. Dr. Gary Miller von der Columbia University, der mit Unterstützung der National Institutes of Health (NIH) das erste US-amerikanische Koordinierungszentrum für Exposomforschung gründete, weist darauf hin, dass genetische Faktoren allein die Risiken für Krankheiten wie Herzkrankheiten, Diabetes, Krebs und Alzheimer nicht vollständig erklären, und unterstreicht damit die Bedeutung von Umwelteinflüssen.
Jüngste technologische Fortschritte ermöglichen es Wissenschaftlern nun, Umwelteinflüsse umfassender und systematischer zu messen und so aufzudecken, wie diese Faktoren zu komplexen Krankheiten beitragen. Dieser integrierte Ansatz kann das Verständnis von Krankheitsmechanismen verbessern und Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit lenken, die die gesamte Umweltbelastung berücksichtigen.