Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Die unabhängige internationale Untersuchungskommission zu Iran hat das Land nach der Hinrichtung zweier Männer am 19. Juli – des mutmaßlich 18-jährigen Erfan Esfandiari und des 23-jährigen Afghanen Gol Mohammad Mohammadi – dringend aufgefordert, die Hinrichtungen im Zusammenhang mit den jüngsten Protesten einzustellen. Die Kommission verurteilte diese Hinrichtungen aufs Schärfste und wies auf einen allgemeinen Anstieg der Anwendung der Todesstrafe inmitten der anhaltenden regionalen Feindseligkeiten und der Unruhen im Inland seit Ende Februar hin.
Nach Protesten am 8. Januar auf dem Alikhani-Platz in Isfahan, bei denen vier Sicherheitskräfte ums Leben kamen, wurden zwölf Männer festgenommen. Die Mission teilte mit, dass die Familien von mindestens zwei der verbleibenden zehn Inhaftierten zu letzten Besuchen vorgeladen wurden, was auf weitere bevorstehende Hinrichtungen hindeutet. Diese Hinrichtungen sind Teil eines Musters, das mit den landesweiten Protesten seit Dezember zusammenhängt; in den letzten Monaten wurden bereits mehrere Urteile vollstreckt.
Im März und April wurden mehrere junge Männer nach Verurteilungen wegen Gewalttaten gegen Sicherheitskräfte und paramilitärische Gruppen hingerichtet. Berichten zufolge wurden seit Dezember über 60 Personen, darunter mindestens drei Frauen und zwei Jungen, zum Tode verurteilt. Die iranische Justiz bestätigte, dass seit März bereits 23 Männer wegen Delikten im Zusammenhang mit Protesten hingerichtet wurden.
Die Mission äußerte sich besorgt über beschleunigte Gerichtsverfahren und verwies auf eine Erklärung des Teheraner Generalstaatsanwalts Ali Salehi vom 15. Juli. Dieser gab bekannt, dass alle Fälle im Zusammenhang mit den Kampfhandlungen seit Ende Februar und den Protesten ab Dezember gemäß den Anweisungen des Justizchefs Gholam-Hossein Mohseni-Eje'i abgeschlossen und an die Gerichte weitergeleitet worden seien. Dies hat Befürchtungen vor weiteren Todesurteilen und Hinrichtungen geweckt.
Die Menschenrechtsexperten bekräftigten ihre Forderung an den Iran, alle im Zusammenhang mit Protesten durchgeführten Hinrichtungen unverzüglich einzustellen und ein Moratorium für die Todesstrafe im Land zu verhängen.