Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab den Abschluss des Einsatzes im Zusammenhang mit einem Hantavirus-Ausbruch auf einem unter niederländischer Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiff bekannt. Knapp 150 Passagiere und Besatzungsmitglieder aus 23 Ländern waren mehrere Wochen lang auf dem Schiff gestrandet. Bei dem Ausbruch handelte es sich um das Anden-Hantavirus, ein seltenes und potenziell tödliches Virus, das in seltenen Fällen durch engen Kontakt zwischen Menschen übertragen werden kann. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, die im Rahmen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) koordinierte Mission sei erfolgreich verlaufen. Alle Passagiere seien von Bord gegangen und das Schiff befinde sich auf dem Weg zurück in die Niederlande.

Am 13. Mai meldete die WHO elf Fälle im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff, darunter drei Todesfälle. Acht dieser Fälle waren laborbestätigte Infektionen mit dem Andes-Virus, zwei galten als wahrscheinlich, und ein Fall war aufgrund weiterer Tests in den USA noch unklar. Die WHO gab an, dass alle bestätigten und Verdachtsfälle isoliert und unter strenger medizinischer Aufsicht behandelt wurden.

Obwohl die WHO das globale Risiko weiterhin als gering einschätzt und keine Anzeichen für einen größeren Ausbruch vorliegen, warnte sie vor möglichen weiteren Fällen aufgrund der verlängerten Inkubationszeit des Virus. Vorsorglich wird daher empfohlen, repatriierte Passagiere und Besatzungsmitglieder ab dem 10. Mai 42 Tage lang aktiv zu überwachen und unter Quarantäne zu stellen. Die Länder wurden aufgefordert, regelmäßig Gesundheitsberichte über das IHR-Netzwerk zu übermitteln. Personen mit Symptomen sollten umgehend isoliert und behandelt werden.

Die Operation umfasste die Ausschiffung von über 120 Personen innerhalb von zwei Tagen und die Beförderung in neun Charterflüge, die von acht Ländern organisiert wurden. WHO-Vertreter betonten, dass während der Rückführung keine Passagiere mit Linienflügen reisten. Sara Barragan Montes, technische Leiterin der WHO für Grenzkontrollen und Einreisepunkte, bezeichnete die Reaktion als ein wichtiges Beispiel für die praktische Anwendung der Internationalen Gesundheitsvorschriften.

Die WHO würdigte Spanien für die Aufnahme des Schiffes zur vollständigen Ausschiffung der Passagiere, nachdem festgestellt worden war, dass es in Kap Verde an angemessenen Einrichtungen mangelte, nachdem zuvor drei Passagiere mit Symptomen evakuiert worden waren. Generaldirektor Tedros lobte Ministerpräsident Sánchez für Spaniens Einhaltung des Völkerrechts und seine Unterstützung während der Gesundheitskrise.