Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte berichtet, dass bewaffnete Drohnen mittlerweile die Hauptursache für zivile Todesopfer im Konflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) sind, der nun im vierten Jahr andauert. Der verstärkte Einsatz von Drohnen ermöglicht demnach die Fortsetzung der Kämpfe trotz der üblicherweise während der Regenzeit auftretenden Verlangsamung.
Hochkommissar Volker Türk warnte vor einer möglichen Eskalation der Gewalt, da beide Seiten unter den sich verändernden Konfliktbedingungen um die Kontrolle von Gebieten ringen. Dies könne zu vermehrten Vertreibungen und einer Beeinträchtigung der humanitären Hilfe führen. Er forderte ein sofortiges internationales Eingreifen, um zu verhindern, dass der Konflikt in eine noch blutigere Phase eintritt.
Die meisten zivilen Todesopfer durch Drohnenangriffe zwischen Januar und April ereigneten sich in Kordofan. Ein Vorfall am 8. Mai forderte 26 Tote und weitere Verletzte in Süd- und Nordkordofan. Beide Konfliktparteien nahmen wiederholt zivile Einrichtungen und Infrastruktur ins Visier, darunter mindestens 28 Angriffe auf Märkte und 12 auf Gesundheitseinrichtungen. Einige Einrichtungen mussten schließen, wodurch die Bevölkerung gezwungen war, weitere Wege für medizinische Versorgung zurückzulegen oder ganz darauf zu verzichten. Auch Treibstofflager und Nachschubwege wurden wiederholt angegriffen.
Der Einsatz von Drohnen breitet sich über Kordofan und Darfur hinaus auf Regionen wie den Blauen Nil, den Weißen Nil und die Hauptstadt Khartum aus. Ein Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen Khartum am 4. Mai legte den gesamten Flugverkehr lahm, und zwischen dem 28. April und dem 5. Mai ereigneten sich mehrere Angriffe in Khartum und dem benachbarten Omdurman. Die Zunahme der Drohnenangriffe hat die jüngste Ruhephase beendet und die Befürchtung neuer Kampfhandlungen in der Hauptstadt verstärkt.
Türk wies darauf hin, dass die wahrscheinlich verstärkten Kämpfe in Kordofan die Zivilbevölkerung durch Vergeltungsschläge und Vertreibung weiter bedrohen könnten, insbesondere in den von den SAF kontrollierten Städten El Obeid und Dilling, die sich beide in einer belagerungsähnlichen Situation befänden.