Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.

Die Zahl der Todesopfer durch die jüngsten Überschwemmungen in Nepal ist auf 903 gestiegen. Über 4.200 Menschen werden nach einem Gletscherabbruch und einem Erdrutsch an der Grenze zu China vermisst, wie UN-Sprecher Stéphane Dujarric mitteilte. Dies ist die schwerste Naturkatastrophe in Nepal seit dem Erdbeben im April 2015, bei dem rund 9.000 Menschen ums Leben kamen.

Mehr als 10.000 Menschen wurden gerettet, darunter 252 ausländische Staatsangehörige. Die Lage ist jedoch weiterhin schwierig, da die Straßen nur bis Nuwakot befahrbar sind und mehrere Autobahnabschnitte, die Kathmandu mit den am stärksten betroffenen Gebieten verbinden, weiterhin blockiert sind. In einigen Gebieten wurde die Stromversorgung wiederhergestellt. Die nepalesische Regierung hat über 20.000 Such- und Rettungskräfte eingesetzt und in 15 Gemeinden den Hochwassernotstand ausgerufen.

Die humanitäre Lage ist kritisch. Rund 65.000 Menschen benötigen dringend Wasser, Sanitäranlagen und Hygieneartikel. Schätzungen zufolge benötigen fast 2.600 Kinder unter fünf Jahren aufgrund schwerer Unterernährung eine Behandlung, und etwa 10.500 schwangere und stillende Frauen sind auf Ernährungshilfe angewiesen. Neunzehn Schulen wurden beschädigt, neun davon vollständig zerstört. Etwa 10.000 Kinder im Schulalter benötigen psychosoziale Unterstützung, und 107 Kinder könnten von ihren Bezugspersonen getrennt sein. Daher hat die Suche nach ihren Familien und deren Wiedervereinigung höchste Priorität.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) äußerte Bedenken hinsichtlich des Risikos von Infektionsausbrüchen aufgrund von Überbelegung und beeinträchtigter Gesundheitsversorgung. UN-Organisationen führen fortlaufende Bedarfsanalysen durch, um den langfristigen Bedarf zu decken, darunter den Schutz von mehr als 22.000 Kindern. Auf tibetischer Seite berichten die chinesischen Behörden von mindestens 16 Todesfällen und über 500 Vermissten im Zusammenhang mit der Katastrophe.