Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.

Depression, auch schwere depressive Störung genannt, ist durch anhaltende Traurigkeit und Interessenverlust gekennzeichnet und hängt damit zusammen, wie das Gehirn positive Erfahrungen bewertet. Eine von den National Institutes of Health (NIH) finanzierte Studie untersuchte diesen Zusammenhang mithilfe von Videospielen, die den Entscheidungsreferenzpunkt des Gehirns messen sollten – einen Maßstab, anhand dessen Ereignisse als positiv oder negativ eingestuft werden.

Das Forschungsteam um Dr. Aadith Vittala, Dr. Dan Iosifescu und Dr. Paul Glimcher von der NYU Grossman School of Medicine untersuchte 50 Personen mit mittelschwerer bis schwerer Depression sowie 70 gesunde Kontrollpersonen. Die Teilnehmenden spielten zwei Videospiele, die evaluierten, wann eine Aufgabe nicht mehr lohnend war und wie sich Entscheidungsreferenzpunkte an veränderte Belohnungswerte anpassten.

Im ersten Spiel sammelten die Teilnehmenden virtuelle Äpfel von Bäumen, die mit jeder Ernte weniger Äpfel trugen. Personen mit Depressionen wechselten schneller zu neuen Bäumen als gesunde Teilnehmende, wobei der Zeitpunkt mit dem Schweregrad der Depression korrelierte. Dies deutet auf eine veränderte Verarbeitung von Belohnungen bei Depressionen hin.

Im zweiten Spiel gaben die Teilnehmenden zunächst den Höchstbetrag an, den sie für verschiedene Snacks ausgeben würden, um einen Ausgangspunkt für ihre Entscheidungsfindung festzulegen. Anschließend bewerteten sie wiederholt die Attraktivität ihrer bevorzugten bzw. unbeliebtesten Snacks, wodurch Anpassungen ihrer Werte erforderlich wurden. Abschließend erstellten sie eine neue Rangliste. Gesunde Teilnehmende passten ihre Werte angemessen an, während Teilnehmende mit Depressionen dies nicht taten. Dies deutet auf erhöhte Werte und eine geringere Anpassungsfähigkeit an veränderte Belohnungen hin.

Die Ergebnisse, die am 18. Mai 2026 in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurden, legen nahe, dass Videospiele, die Entscheidungsreferenzpunkte messen, Ärzten helfen können, Depressionen effizienter zu erkennen, indem sie zugrunde liegende Belohnungsverarbeitungsmechanismen bewerten.