Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Wissenschaftler der National Institutes of Health (NIH) und ihre Kooperationspartner haben einen wichtigen regulatorischen Signalweg identifiziert, der an der Immunabwehr gegen chronische Darmentzündungen beteiligt ist, die mit entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) in Verbindung stehen.
Das Team untersuchte Familien mit Kindern, die an schwerer, früh einsetzender IBD leiden, und fand heraus, dass diese Patienten seltene, schädliche Varianten im GPR15-Gen aufweisen. Dieses Gen kodiert ein Protein, das als Zielrezeptor für eine spezifische Gruppe regulatorischer Immunzellen, die sogenannten intramukosalen GPR15-gesteuerten regulatorischen CD8+ T-Lymphozyten (CD8+ TIGR-Zellen), fungiert und diese in die Darmschleimhaut lenkt.
Wenn schädliche Mutationen die Funktion von GPR15 beeinträchtigen, versagt dieser Mechanismus zur gezielten Ansteuerung der Zellen, was zu einem Mangel dieser schützenden regulatorischen Zellen im Dickdarm führt. Infolgedessen reichern sich entzündliche Makrophagen an und verursachen schwere Darmentzündungen.
Diese Entdeckung eröffnet neue therapeutische Möglichkeiten für IBD, da Behandlungen, die die GPR15-Signalgebung wiederherstellen oder die Migration dieser regulatorischen Zellen in das Darmgewebe fördern, gezieltere und sicherere Lösungen bieten könnten als die derzeitigen breit angelegten immunsuppressiven Therapien.
Diese Erkenntnisse vertiefen unser Verständnis der Immunregulation im Darm und der Mechanismen, die IBD, einschließlich Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, zugrunde liegen – Erkrankungen, die mit chronischen gastrointestinalen Symptomen und einem erhöhten Risiko für Darmkrebs einhergehen.