Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Eine UNICEF-Studie in zugänglichen Gebieten des Gazastreifens ergab, dass zwischen Mai und Juni 2026 etwa ein Prozent der Kinder Anzeichen akuter Mangelernährung aufwiesen – ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren. Allerdings waren 12,2 Prozent der Kinder chronisch mangelernährt. Dies spiegelt die kumulativen Auswirkungen von über zwei Jahren Krieg und Ernährungsunsicherheit wider, trotz verstärkter humanitärer Hilfe nach dem Waffenstillstand im Oktober 2025.
Der Konflikt führte zu massiven Einfuhrbeschränkungen für Nahrungsmittel und zur Zerstörung von 87 Prozent der Anbauflächen, was bis August 2025 zu einer Hungersnot führte. Damals wurden 17.000 Kinder wegen akuter Mangelernährung in Krankenhäusern behandelt. Seit dem Waffenstillstand haben gelockerte Beschränkungen mehr Hilfslieferungen ermöglicht und die Zahl der akuten Fälle bis März 2026 auf 3.000 reduziert. Chronische Mangelernährung bleibt jedoch weiterhin ein Problem.
Fast jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter ist unterernährt, was das Risiko erhöht, Babys mit niedrigem Geburtsgewicht zur Welt zu bringen und Nährstoffmängel an die Kinder weiterzugeben. Obwohl die Stillraten weiterhin hoch sind, erhalten nur 20 bis 30 Prozent der Kleinkinder eine ausreichend abwechslungsreiche Ernährung, was die Risiken für Wachstum und Gesundheit der Kinder erhöht. Vielen Kindern fehlt zudem die rechtzeitige Behandlung von Krankheiten wie Durchfall, und die Impfraten liegen weiterhin unter dem für die Herdenimmunität erforderlichen Niveau.
Der UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, Edouard Beigbeder, wies darauf hin, dass sich akute Mangelernährung zwar innerhalb weniger Wochen bessern könne, die durch Wachstumsverzögerung verursachten Entwicklungsschäden jedoch dauerhaft sein können. Die Studie umfasste fast 1.335 Kinder und über 2.000 Haushalte und bietet somit ein repräsentatives Bild der Ernährungssituation in zugänglichen Gebieten des Gazastreifens.