Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die nationale Ebola-Risikostufe in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) auf „sehr hoch“ angehoben, während das globale Risiko laut einem UN-Bericht weiterhin niedrig ist. Bislang wurden 82 Fälle und sieben Todesfälle im Zusammenhang mit dem durch den Bundibugyo-Stamm verursachten Ausbruch bestätigt. Zudem wurden fast 750 Verdachtsfälle und 177 mutmaßliche Todesfälle gemeldet, was darauf hindeutet, dass das tatsächliche Ausmaß höher sein könnte.
Der Ausbruch konzentriert sich hauptsächlich auf die Provinzen Ituri und Nord-Kivu, Gebiete, die von bewaffneten Konflikten und einer humanitären Krise betroffen sind. Der Konflikt hat sich verschärft, über 100.000 Menschen wurden vertrieben und die Gesundheitsversorgung ist stark beeinträchtigt. In beiden Provinzen benötigen rund vier Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe, zwei Millionen sind vertrieben und zehn Millionen leiden unter akutem Hunger.
Die Situation hat Misstrauen und Fehlinformationen geschürt. So wurde beispielsweise ein Krankenhaus in der Provinz Ituri von Angehörigen in Brand gesetzt, nachdem die Behörden aus Angst vor Ansteckungsgefahr die Freigabe einer Leiche verweigert hatten. Erschwerend kommt hinzu, dass es keine zugelassenen Impfstoffe oder Behandlungsmethoden für den Bundibugyo-Ebola-Stamm gibt, der bereits 2007 und 2012 Ausbrüche verursacht hat.
Die UN-Reaktion umfasst den Einsatz von 22 internationalen WHO-Mitarbeitern und UNICEF-Notfallteams, die die Kontaktverfolgung, Behandlungszentren, Risikokommunikation und die Einbindung der lokalen Bevölkerung unterstützen. Der UN-Nothilfekoordinator hat bis zu 60 Millionen US-Dollar für Hilfsmaßnahmen in der Demokratischen Republik Kongo und den Nachbarländern bereitgestellt, wovon die WHO 3,9 Millionen US-Dollar freigegeben hat. Die UN-Friedensmission MONUSCO unterstützt Lufttransport und Logistik und liefert fast 30 Tonnen Hilfsgüter.
Die WHO und ihre Partner bereiten klinische Studien für experimentelle Ebola-Behandlungen und potenzielle Impfstoffe gegen den Bundibugyo-Stamm vor. Freiwillige des Roten Kreuzes informieren die Bevölkerung von Haus zu Haus und werben für sichere Bestattungspraktiken. In Uganda wurden zwei Fälle bestätigt, die mit Reisen aus der Demokratischen Republik Kongo in Verbindung stehen, darunter ein Todesfall. Zwei US-Staatsangehörige, darunter ein Arzt und eine Kontaktperson mit hohem Ansteckungsrisiko, wurden zur Behandlung oder Überwachung nach Europa verlegt.