Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.

Laut einem UN-Bericht wurden in Haiti zwischen April und Juni mindestens 1.408 Menschen getötet und 656 verletzt. Mehr als die Hälfte der Opfer ging auf das Konto von Bandengewalt. Sicherheitsoperationen gegen Banden verursachten etwa 40 % der Opfer, während Selbstverteidigungsgruppen für 5 % verantwortlich waren. Dies verdeutlicht das Ausmaß der Gewalt, die die Bevölkerung trifft.

Operationen in Teilen von Port-au-Prince, darunter Delmas und Tabarre, haben die Bandenaktivitäten zwar eingedämmt, aber die gewalttätigen Auseinandersetzungen lediglich verlagert, nicht beendet. Rivalisierende Banden lieferten sich in Plaine du Cul-de-Sac und Cité Soleil heftige Kämpfe, bei denen 463 Menschen getötet und Hunderte verletzt, angegriffen und vertrieben wurden. Über 18.000 Einwohner flohen aus ihren Häusern, was zur Unterbrechung der Gesundheits- und Bildungsversorgung führte.

Der Bericht führt diese gewaltsamen Auseinandersetzungen teilweise auf Sicherheitsmaßnahmen zurück, die Banden in Richtung strategischer Orte getrieben haben, etwa auf Routen, die den Containerhafen der Hauptstadt und das Ölterminal Varreux mit Nord-Haiti verbinden. Außerhalb von Port-au-Prince verübten Banden Angriffe in der Region Artibonite und in der Nähe von Séguin, wo die Gewalt zuvor begrenzt war. Dies deutet auf Versuche hin, neue Gebiete und Einnahmequellen zu kontrollieren.