Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Das zweite hochrangige Treffen der weiblichen Justizvorsitzenden Afrikas fand vom 20. bis 24. April 2026 in Johannesburg statt und brachte über 300 Oberste Richterinnen, Präsidentinnen von Verfassungsgerichten und hochrangige Justizvertreterinnen zusammen, um die Herausforderungen der afrikanischen Justizsysteme zu erörtern. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Das Maputo-Protokoll @20: Die Rechtsprechung zur Gleichstellung für die nächste Generation stärken“ und konzentrierte sich auf künstliche Intelligenz (KI) in der Justiz – insbesondere deren Auswirkungen auf die Beweiswürdigung, das Fallmanagement und die Rechtsprechung – und die Bekämpfung von Ungleichheiten beim Zugang zum Recht.
Die UNESCO, als Wissenspartner der Europäischen Union, spielte eine Schlüsselrolle in den Diskussionen über „Künstliche Intelligenz, die digitale Grenze und Frauenrechte“. Im Rahmen ihres Programms „KI und Rechtsstaatlichkeit“ hob die UNESCO das Potenzial von KI zur Verbesserung des Zugangs zur Justiz hervor und wies auf die Risiken hin, die entstehen, wenn Menschenrechtsgarantien fehlen. Ihr Projekt „Soziale Medien für den Frieden“ veröffentlichte zudem das „Handbuch für die Justiz zur Bekämpfung schädlicher Online-Inhalte“. Dieses bietet einen menschenrechtsbasierten Rahmen für den Umgang mit Hassrede, Desinformation und anderen schädlichen Inhalten unter Wahrung der Meinungsfreiheit.
Die UNESCO stellte Instrumente vor, die Gerichten den Umgang mit KI erleichtern sollen, darunter die Leitlinien für den Einsatz von KI vor Gerichten und einen gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelten Online-Kurs zu KI, Justiz und Rechtsstaatlichkeit. Dieser Kurs beinhaltet ein Modul zu KI und Frauenrechten, das Richterinnen und Richter dabei unterstützen soll, algorithmische Verzerrungen zu erkennen, KI-generierte Beweise zu bewerten und Menschenrechtsprinzipien in richterlichen Entscheidungen anzuwenden. Die Globale Richterinitiative der UNESCO hat über 38.000 Justizfachkräfte in mehr als 160 Ländern geschult, um eine verantwortungsvolle KI-Governance zu stärken.
Ein zentrales Ergebnis war die Verabschiedung der Johannesburger Erklärung, die afrikanische Justizbehörden zu starker menschlicher Kontrolle, Transparenz und Rechenschaftspflicht in KI-Systemen verpflichtet. Die Erklärung fordert die Förderung der juristischen Ausbildung, die Verbesserung der digitalen Kompetenzen und die Entwicklung von auf die Bedürfnisse von Überlebenden zugeschnittenen digitalen Justizinstrumenten und bekräftigt damit das Ziel, dass KI die Menschenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter in Justizsystemen unterstützt und nicht untergräbt.