Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) begrüßte die Einrichtung zweier spezialisierter Justizeinheiten in Haiti und bezeichnete die Initiative als wichtigen Schritt zur Bekämpfung der weit verbreiteten Straflosigkeit im Land. Die von der haitianischen Regierung Ende Mai ins Leben gerufenen Einheiten sind mit der Bearbeitung komplexer Korruptionsfälle, darunter illegaler Waffenhandel und Geldwäsche, beauftragt.
Haiti kämpft mit politischer Instabilität, systemischer Korruption und allgegenwärtiger Bandengewalt. Gerichte wurden von Banden angegriffen, verwüstet und besetzt, während Richter und Justizbeamte Berichten zufolge Angriffen und Morddrohungen ausgesetzt sind. Von den Justizbehörden wird zudem erwartet, dass sie schwere Menschenrechtsverletzungen durch Banden, wie Morde, Entführungen, sexuelle Gewalt und Kinderhandel, verfolgen.
Laut OHCHR hat Bandengewalt in diesem Jahr bereits mindestens 2.310 Todesopfer, 1.106 Verletzte und 99 Entführungen zur Folge gehabt. Darüber hinaus wurden 699 Opfer sexueller Gewalt – hauptsächlich Frauen und junge Mädchen – sowie zahlreiche Opfer von Kinderhandel identifiziert. Das Menschenrechtsbüro betonte, dass diese spezialisierten Einheiten unabhängig, unparteiisch und kompetent arbeiten müssen, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Justiz wiederherzustellen. Es forderte außerdem Maßnahmen zum Schutz von Richtern und zur Gewährleistung der Sicherheit der Gerichte.
Die Einheiten sollen die Rechenschaftspflicht fördern und Opfern Zugang zu Justiz und Entschädigung ermöglichen. Sie können außerdem die Rechtsstaatlichkeit stärken, Korruption bekämpfen und dazu beitragen, das Vertrauen in Haitis angeschlagenes Justizsystem wiederherzustellen. UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, forderte die haitianischen Behörden dringend auf, die Einheiten unverzüglich im Einklang mit internationalen Menschenrechtsstandards und mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft einzusetzen.