Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.

Ein Bericht der Vereinten Nationen schildert die Erfahrungen eines ukrainischen Kriegsgefangenen, der während seiner dreijährigen Haft Vergewaltigung, erzwungener Nacktheit, Schlägen und Elektroschocks an seinen Genitalien ausgesetzt war, und hebt damit ein beunruhigendes Muster sexueller Gewalt gegen Männer und Jungen in Konfliktgebieten hervor.

Laut dem Bericht des UN-Generalsekretärs von 2026 stellten Frauen und Mädchen im Jahr 2024 93 % der bestätigten Opfer von konfliktbezogener sexueller Gewalt, während Männer und Jungen nur 7 % ausmachten. Diese Zahlen unterschätzen jedoch wahrscheinlich die tatsächliche Häufigkeit bei Männern, da Schätzungen zufolge 90 bis 95 % der Fälle von sexuellem Missbrauch an Männern und Jungen in Konfliktgebieten nicht gemeldet werden.

Hafteinrichtungen stehen häufig im Zusammenhang mit diesen Misshandlungen. In der Ukraine bestätigten die Vereinten Nationen 310 Fälle von konfliktbedingter sexueller Gewalt, 280 davon betrafen Männer. Diese Misshandlungen – darunter Vergewaltigung und Elektroschocks – wurden eingesetzt, um Kriegsgefangene und Zivilgefangene zu bestrafen, zu demütigen oder Informationen von ihnen zu erpressen.

Dieses Muster tritt in mehreren Konflikten auf, wobei die bestätigten Fälle aufgrund des eingeschränkten Zugangs zu Überlebenden und der Angst vor Vergeltungsmaßnahmen eher niedrig ausfallen. Gesellschaftliche Erwartungen an Männlichkeit, Homophobie und mangelnde institutionelle Aufmerksamkeit tragen dazu bei, dass männliche Überlebende selten gemeldet werden. Zudem beschreiben Männer und Jungen ihre Erlebnisse oft als Folter, was die Identifizierung und Unterstützung durch humanitäre und Justizorganisationen erschwert.

Untersuchungen im Osten der Demokratischen Republik Kongo verdeutlichen das Ausmaß des Problems: 23,6 % der befragten Männer berichteten direkt von sexueller Gewalt, und fast zwei Drittel gaben an, dass diese im Kontext von Konflikten stattfand.