Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.

Tausende sind aus den südlichen Vororten Beiruts geflohen, nachdem Israel erneute Angriffe auf dort mutmaßlich verschanzte Hisbollah-Kämpfer angekündigt hatte. Familien verlassen die Stadt mit dem Auto, Motorrad oder zu Fuß und tragen das Nötigste mit sich, während viele andere angesichts wachsender Angst und Unsicherheit in Notunterkünfte zurückkehren, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Montag mitteilte.

Die Vereinten Nationen haben betont, dass Zivilisten und zivile Infrastruktur nicht ins Visier genommen werden dürfen, und alle Beteiligten dringend aufgefordert, die Einstellung der Kampfhandlungen zu respektieren und eine weitere Eskalation zu vermeiden. UN-Sprecher Stéphane Dujarric verurteilte zivile Opfer und hob die Bedeutung einer diplomatischen Lösung zur Beendigung der Gewalt hervor.

Diese Entwicklungen erfolgen, während sich der UN-Sicherheitsrat auf eine Dringlichkeitssitzung zur Erörterung des eskalierenden Konflikts vorbereitet. Hilfsorganisationen berichten von Vertreibungen nicht nur in Beirut, sondern auch in südlichen Städten wie Tyros und Saida infolge von Streikankündigungen und Vertreibungsanordnungen.

Die UN-Sonderkoordinatorin für den Libanon, Jeanine Hennis-Plasschaert, erklärte, der Südlibanon stehe „in Flammen“ und die Straßen Beiruts seien von Menschen verstopft, die aus ihren Häusern flohen. Sie merkte an, das Leid verschlimmere sich durch die anhaltenden Konfrontationen beider Seiten, und eine Eskalation bleibe ein riskantes Spiel mit hohen Kosten für die Menschen, die bereits große Verluste erlitten hätten.

Diese Krise ist Teil einer umfassenderen regionalen Unruhe, die am 2. März nach den US-amerikanischen und israelischen Bombenangriffen auf den Iran begann und die Hisbollah zu einem Angriff auf Israel veranlasste. Laut dem UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) wurden seitdem im Libanon 3.412 Menschen getötet und über 10.000 verletzt, allein an einem Wochenende vor Kurzem wurden mindestens 88 Todesfälle gemeldet.

Die Angriffe haben auch Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung. Die Weltgesundheitsorganisation berichtete von fünf Angriffen in den letzten drei Tagen, bei denen ein Gesundheitsmitarbeiter getötet und 19 weitere verletzt wurden.

Die von den USA vermittelte Waffenruhe zwischen Libanon und Israel trat am 17. April in Kraft, wird aber von keiner der beiden Seiten vollständig eingehalten. Sie wurde zweimal verlängert, zuletzt am 16. Mai um 45 Tage. UN-Organisationen, darunter das UNHCR, unterstützen weiterhin die Nothilfemaßnahmen im Libanon in Abstimmung mit den Regierungsbehörden.