Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Auf der Internationalen Raumstation (ISS) untersuchen die Astronauten der Expedition 74, wie Lungenentzündung verursachende Bakterien das Herz im Laufe der Zeit schädigen. Forscher nutzen aus Stammzellen gewonnenes Herzgewebe, das im Weltraum bakteriellen Infektionen ausgesetzt wird, um die Herz-Kreislauf-Gesundheit und die Behandlung von Infektionskrankheiten besser zu verstehen. Die Weltraumbedingungen verstärken die bakterielle Infektion und die Antibiotikaresistenz, wodurch Wissenschaftler zelluläre Reaktionen auf Infektionen beobachten können, die auf der Erde schwer zu erkennen wären.
Dr. Palaniappan Sethu, Professor an der University of Alabama in Birmingham, erklärt, dass räumliche Trennung Infektionen verschlimmert und so eine klarere Unterscheidung zwischen infizierten und Kontrollgruppen ermöglicht. Dadurch lassen sich subtile Faktoren aufdecken, die die Virulenz von Bakterien erhöhen. Die Forschung konzentriert sich auf Streptococcus pneumoniae, einen Hauptverursacher von ambulant erworbener Lungenentzündung, die jährlich Millionen von Todesfällen zur Folge hat. Mehr als 25 % der Erwachsenen, die mit dieser Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert werden, entwickeln eine Herzerkrankung, und Überlebende haben ein erhöhtes Langzeitrisiko.
Über die Gesundheitsversorgung auf der Erde hinaus unterstützt diese Forschung Strategien für Langzeitmissionen im Weltraum. Dr. Carlos J. Orihuela, Professor für Mikrobiologie an der University of Alabama in Birmingham, betont, wie wichtig es ist zu verstehen, wie weltraumspezifische Faktoren den Krankheitsverlauf beeinflussen, um die Gesundheit der Astronauten und ein nachhaltiges Leben jenseits der Erde zu gewährleisten. Die ISS bietet Forschern weltweit eine Plattform, um komplexe Gesundheitsprobleme anzugehen, indem sie Krankheiten, Arzneimitteltests und Diagnostik unter einzigartigen Umweltbedingungen untersuchen.