Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.

Die von den Vereinten Nationen unterstützte Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) berichtet, dass alle acht in La Guaira, Caracas und Miranda untersuchten Gesundheitseinrichtungen dringend externe Unterstützung benötigen, wobei drei von ihnen durch die jüngsten Erdbeben in Venezuela strukturelle Schäden erlitten haben.

Im Vargas-IVSS-Krankenhaus in La Guaira sind 96 Patienten auf einer Station untergebracht, die nur für acht Betten ausgelegt ist. Die Grundversorgung ist massiv beeinträchtigt: Die Leichenhalle ist überfüllt, die Blutbank verfügt nur noch über 35 Blutkonserven, und beide Beatmungsgeräte der Trauma-Einheit sind aufgrund von Stromausfällen außer Betrieb. Telefon- und Internetverbindungen zur Patientenverfolgung sind nicht verfügbar. Wasser wird mehrmals täglich in Handbehältern geliefert, und medizinische Abfälle haben sich in den Fluren angesammelt. Obwohl die Einrichtung baulich intakt ist, stuft die PAHO sie als äußerst dringlich für Hilfsmaßnahmen ein.

Das Rafael-Medina-Jiménez-Krankenhaus in La Guaira hat seine Bettenkapazität von 108 auf 35 reduziert. Zu den häufigsten Problemen in dieser und anderen Einrichtungen gehören Schwierigkeiten beim Patiententransport, Versorgungsengpässe, längere Wartelisten für Operationen und Mängel bei der Biosicherheit.

Ian Clark vom WHO-Programm für Gesundheitsnotfälle merkte an, dass viele Helfer persönlich von der Katastrophe betroffen seien, einige würden vermisst, darunter auch der Beamte, der in La Guaira für die Koordinierung der Mütterversorgung zuständig sei, was die Bemühungen um die Überwachung schwangerer Frauen, die Betreuung benötigen, behindere.

Clark betonte außerdem, dass das venezolanische Gesundheitssystem bereits vor den Erdbeben geschwächt war. In den Krankenhäusern fehlten nach jahrelangen Unterinvestitionen bis zu 37 Prozent der essentiellen Medikamente, und es gab einen erheblichen Verlust an Gesundheitspersonal aufgrund von Abwanderung.

Die PAHO hat über zwei Tonnen Medikamente und Hilfsgüter an die regionale Gesundheitsbehörde von La Guaira geliefert, darunter Traumasets, Injektionspräparate, Schutzausrüstung und 320 Leichensäcke. Weitere Hilfsgüter trafen aus Panama ein. Ein Feldlazarett mit 48 Betten, vier Intensivstationen und zwei Operationssälen ist nun in Betrieb, und weitere medizinische Teams unterstützen den Einsatz.

Die Behörden melden 2.295 Tote, 11.267 Verletzte und 12.841 Menschen, die durch die Erdbeben vertrieben oder schwer betroffen wurden.