Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Leonardo Santos Simão, Leiter des UN-Büros für Westafrika und die Sahelzone (UNOWAS), erklärte vor dem Sicherheitsrat, dass die Bedrohung durch terroristische und bewaffnete Gruppen weiterhin akut sei, insbesondere in der zentralen Sahelzone und im Norden Nigerias, und sich rasch auf die Küstenstaaten des Golfs von Guinea ausbreite. Diese Gruppen modernisieren sich schnell und nutzen Drohnen, moderne Kommunikationsmittel und Kryptowährungen. Ihre Angriffe werden länderübergreifend koordiniert und sind zunehmend mit transnationalen kriminellen Netzwerken verknüpft. Zu ihren Zielen gehören nun die Festigung der territorialen und wirtschaftlichen Kontrolle sowie die Untergrabung des Vertrauens in die Regierungen.
Kürzlich verübte eine Koalition der Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime (JNIM) und der Azawad-Befreiungsfront im April zeitgleiche Angriffe auf mehrere Städte in Mali, die zivile und militärische Opfer forderten, darunter auch den malischen Verteidigungsminister. In Niger wurden der Flughafen Niamey und ein Militärstützpunkt in Tahoua angegriffen. Die nördlichen und östlichen Regionen Burkina Fasos sind weiterhin Angriffen ausgesetzt, bei denen teilweise auch Drohnen zum Einsatz kommen. In Nordnigeria und der zentralen Region des „Mittelgürtels“ kommt es immer wieder zu Entführungen und Übergriffen, die die Zivilbevölkerung schwer treffen.
Die Gewalt hat zu Massenvertreibungen geführt: Ende Februar waren fast 6,8 Millionen Menschen in Westafrika und der Sahelzone innerhalb des Landes vertrieben, hinzu kamen 1,3 Millionen Flüchtlinge und Asylsuchende. Die Staaten am Golf von Guinea beherbergen derzeit etwa 220.000 Flüchtlinge. In Liberia ist die Zahl der burkinischen Staatsangehörigen seit 2025 von 40.000 auf 140.000 gestiegen, was den Druck auf Land, Infrastruktur und die aufnehmenden Gemeinden erhöht.
Aufgrund von Unsicherheit und Finanzierungslücken verschlechtert sich der humanitäre Zugang, was die Bemühungen um die Bereitstellung von Hilfe in den betroffenen Gebieten einschränkt.