Hinweis: Bericht aus einer einzigen Quelle; Bestätigung steht noch aus.
Die UN-Untersuchungskommission für den Sudan berichtet von zunehmender Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in El Obeid, die Taktiken ähneln, die zuvor in El Fasher beobachtet wurden, darunter Einkesselung, Angriffe auf zivile Infrastruktur und eingeschränkter humanitärer Zugang.
El Obeid, die Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Kordofan, wird von den sudanesischen Streitkräften kontrolliert, befindet sich aber seit 18 Monaten in einem belagerungsähnlichen Zustand. Stromausfälle und unterbrochene Wasserversorgung infolge von Angriffen auf Kraftwerke beeinträchtigen Krankenhäuser und andere öffentliche Einrichtungen massiv.
Allein im Juni bestätigten die Vereinten Nationen 15 Drohnenangriffe in El Obeid und Umgebung, die mindestens 45 zivile Todesopfer forderten.
Die Untersuchungskommission deckte schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen auf, darunter Verschwindenlassen, sexuelle Gewalt, Inhaftierung und Massentötungen im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften und den Rapid Support Forces. In El Fascher zählten frühere Misshandlungen unter anderem Hinrichtungen von Tür zu Tür und Luftangriffe, bei denen innerhalb von drei Tagen nach einer 18-monatigen Belagerung über 6.000 Menschen getötet wurden.
Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte hat dringende Maßnahmen gefordert, darunter eine Einstellung der Kampfhandlungen, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen, Maßnahmen des Sicherheitsrats und die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof, um weitere Gräueltaten in El Obeid und ähnlichen Gebieten zu verhindern.
Zwei Jahre nach Beginn des Konflikts hat der Krieg im Sudan mindestens 59.000 Todesopfer gefordert und rund 14 Millionen Menschen vertrieben. 33,7 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Laut UN handelt es sich damit um die schlimmste humanitäre Krise weltweit.